Phonophobie Drucken E-Mail

 

Phonophobie bezeichnet die Flucht vor Geräuschen.
Wohl alle Menschen kennen Geräusche, die sie einfach „nicht ertragen“ können. Wie zum Beispiel das typische Kreidegeräusch auf der Tafel oder das Kratzen von Besteck auf dem Teller. So sehr sich uns dabei die Nackenhaare sträuben wissen wir doch, dass uns diese unangenehmen Geräusche nicht wirklich schädigen und die meistens auch vermeidbar sind.
Anders wird es schon, wenn wir gegen Geräusche empfindlich werden, die wir nur schlecht oder nicht vermeiden können, z.B. Kinderstimmen bei Lehrern, oder ganz alltäglich das Klappern von Geschirr.
Diese Geräuschüberempfindlichkeit nennt man Phonophobie. Das Besondere bei der Phonophobie ist, dass diese Überempfindlichkeit nicht von dem Frequenzspektrum der Töne und Geräusche abhängt, sondern allein von ihrer Bedeutung. So lösen andere Geräusche im Frequenzspektrum keine Überempfindlichkeit aus und die als unangenehm empfundenen Geräusche werden bereits bei sehr kleinen Lautstärken als überlaut und bedrohlich empfunden.
Es sind weniger die Geräusche selbst, die gemieden werden wollen oder müssen, sondern die damit verbundenen Bedeutungen. Sie werden zu Klangsymbolen. Die Bedrohlichkeit der jeweiligen Geräusche entsteht dabei durch wiederholte Erlebnisse, die mit Angst, Scham, Peinlichkeit verbunden waren und denen der Betroffene hilflos ausgesetzt war. Das heißt, diese Situationen konnten nicht erfolgreich bewältigt werden.
So steht hier manchmal die psychotherapeutische Behandlung unter Berücksichtigung der Möglichkeiten und Grenzen der Hör-Möglichkeiten im Vordergrund.