Ehemalige Patienten berichten.
(Die folgenden Erfahrungen von Tinnitus-Betroffenen sprechen für sich. Deshalb wurde auf weitere Kommentare verzichtet.)
Frau F. aus G. - Neue Wege suchen – auch wenn sie weit sind!
„Hörsturz, Tinnitus und Hyperakusis überfielen mich gerade an meinem letzten Arbeitstag vor den Osterferien im April 2001. Es folgte ein Krankenhausaufenthalt mit Infusionen und eine Krankschreibung von mehreren Wochen. Danach war über ein Jahr nur eine eingeschränkte Berufsausübung möglich. Doch das Krankheitsbild besserte sich nur wenig. Der Beruf als Lehrerin war sehr anstrengend, so dass nach etwa fünf Jahren noch massive Schwindelattacken zu den anderen Beschwerden hinzukamen.
2006 wurde ich erneut längere Zeit krank und musste gegen meinen Willen in den Ruhestand gehen, was erhebliche finanzielle Nachteile mit sich brachte. Im privaten Umfeld zog ich mich immer mehr zurück (Theater, Konzerte). Treffen mit Freunden wurden abgesagt, weil ich kaum etwas verstand, wenn der Geräuschpegel lauter wurde. Das machte mich zunehmend depressiv. Der Tinnitus, der sehr laut war, wurde auch mit alternativen Methoden (Akupunktur,TCM usw.) behandelt – das brachte aber nur geringe Linderung. Der Hörverlust auf dem betroffenen Ohr wurde immer größer, so dass schließlich das Verstehen von Sprache deutlich darunter litt. Ich sah und merkte, dass jemand sprach, verstand aber die Worte nicht mehr. Jetzt wurde die Situation immer bedrohlicher für mich.
Ich unterzog mich mehreren Behandlungen in meiner Heimatstadt – aber es trat keine durchgreifende Besserung ein. Oft wurde mir gesagt, ich müsse damit leben. Für mich waren die Krankheiten so gravierend, dass ich intensiv nach einer neuen Behandlungsmethode suchte. In einem Radio-Vortrag hörte ich zufällig von den Behandlungsmethoden und -erfolgen des HNOArztes Dr. Hellweg in Frankfurt am Main. Schon nach dem ersten Besuch empfahl er mir, AKUSTIKA Spezial aufzusuchen, um seine Therapievorschläge umsetzen zu können. Dr. Hellweg und AKUSTIKA Spezial arbeiten eng zusammen.
Die verordneten Geräte (so genannte Noiser bzw. Audiostimulatoren) ermöglichten mir besseres Hören, die Hyperakusis wurde gemildert und der bis dahin unerträgliche Tinnitus wurde mit Hilfe des Audiostimulators erträglicher. Ich konnte nachts wieder besser schlafen. Inzwischen – nach fast drei Jahren Behandlung – ist der Tinnitus so weit gemildert, dass ich ihn oft gar nicht mehr wahrnehme. In schlechteren Phasen wird das Ohrgeräusch mit den Audiostimulatoren „in Schach“ gehalten.
Das Schöne: Wir können wieder mehr soziale Kontakte pflegen und auch Konzert- und Theaterbesuche sind wieder möglich – allerdings muss ich die Teilnahme an solchen Unternehmungen davon abhängig machen, ob Sitzplätze, die für mich geeignet sind, verfügbar sind.
Da die verschiedenen Krankheiten äußerlich als solche nicht sichtbar sind, darf man sich als Patient nicht überfordern. Die Umgebung darf nicht zu schnell „zur Tagesordnung“ übergehen. Rücksichtnahme bleibt erforderlich. Aber es hat eine deuliche Verbesserung meiner Lebensqualität gegeben. Leidensgenossen empfehle ich, dass sie sich nicht mit dem Satz: „Damit müssen Sie leben!“ begnügen dürfen, sondern selbst neue Wege zu suchen, auch wenn sie weit sind...“
Frau R. aus F. - Es geht eben nicht von alleine weg
„2009 habe ich, als ich nach dem Urlaub wieder arbeiten gegangen bin, erstmals Ohrgeräusche auf beiden Ohren bemerkt. Zuerst dachte ich, dass die Geräusche wieder von alleine weggehen würden.
Erzählt habe ich das niemandem – vor allem auch nicht meiner Familie, denn ich bin der Meinung, dass jemand, der das Problem nicht hat, auch nicht nachvollziehen kann, wie eingeschränkt man sich fühlt. Ich habe dann im folgenden Frühjahr Krankengymnastik, TCM mit Akupunktur, Schröpfen und Massage und Gymnastik zu Hause gemacht – aber die Geräusche wurden ein halbes Jahr später noch stärker. Also ging ich – da ich mittlerweile auch noch Ohrenschmerzen bekommen hatte, zu meiner HNO-Ärztin, die mich an AKUSTIKA SPEZIAL überwies.
Dort habe ich viel Wissenswertes über Tinnitus erfahren und Rauschgeräte bekommen. Durch die Rauschgeräte kann ich abends besser einschlafen und auch durchschlafen. Die Geräusche in meinen Ohren werden verdrängt. Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann die Ohrgeräusche nicht mehr wahrnehme. Ein weiterer Vorteil der Rauschgeräte: Ich kann mich wieder besser konzentrieren und bin nicht mehr so schnell müde und erschöpft.
Für meine Angehörigen hat sich die Situation, nachdem ich mich besser gefühlt habe, nicht sonderlich verändert – ich hatte ihnen am Anfang der Krankheit ja nicht sonderlich viel erzählt. Meiner Meinung nach sollte man sich beim Auftreten der Ohrgeräusche umgehend in fachkundige Hände begeben. Aus heutiger Sicht habe ich persönlich zu lang gewartet. Ohne Hilfe der Fachleute kann der Tinnitus sehr leicht das tägliche Leben regelrecht „beherrschen“. Auch Angehörige, die mitbekommen, dass ein Familienmitglied an Tinnitus leidet, sollten dieses Familienmitglied daher möglichst schnell dazu drängen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.“
Frau K. aus F. - Immer wieder drüber reden!
„Ich leide seit 1986 an Hyperakusis, Tinnitus und Schwerhörigkeit. Die Krankheit hat sich ausgesprochen stark auf meine sozialen Beziehungen ausgewirkt, da ich immer wieder eine Sonderstellung eingenommen habe und auch einnehmen muss. Ich kann zu Veranstaltungen nicht mitgehen, da diese zu laut sind – oder muss Veranstaltungen verlassen, eben weil sie zu laut geworden sind. Es ist ein ewiges Lavieren, immer muss ich um Rücksicht bitten. Meine Angehörigen waren zwar immer sehr rücksichtsvoll, standen aber der Situation auch immer recht hilflos gegenüber. Insbesondere die Hyperakusis zeigt sich sehr schwankend – da bekommt man leicht den Ruf „zickig“ zu sein.
Bevor ich zu AKUSTIKA SPEZIAL gekommen bin, hatte ich mich zwei Jahre lang einer Tomatisbehandlung in der Schweiz unterzogen. Bei AKUSTIKA SPEZIAL habe ich dann erstmals das Gefühl gehabt, mit meinen Problemen wirklich verstanden und angenommen zu werden. Das war als Basis für die Therapien ausgesprochen wertvoll.
Das Einspielen des „weißen Rauschens“ hat mir sehr gut getan und auch das Tragen der Hörgeräte. Gegen diese hatte ich anfangs meine Vorbehalte, weil ich mich zum Tragen von Hörgeräten noch zu jung fühlte – natürlich schwingt da auch ein bisschen Eitelkeit mit.
Insgesamt kann ich heute sagen, dass man sich mit dem Krankheitsbild, das ich habe, eine Nische im Alltag suchen muss – in der Familie, im Beruf, in der Freizeit. Man darf nie aufhören, die eigene Situation anzusprechen, um die Umgebung zu sensibilisieren, denn ansonsten sehe ich ja ganz normal aus und agiere auch ganz normal. Man sieht mir halt meine Behinderung nicht an, das geht dann im Umgang miteinander unter.
In den 15 Jahren, die ich jetzt bei AKUSTIKA SPEZIAL bin, hat sich schon vieles bei mir gelöst. Ich bin aus meiner Isolation herausgekommen, in der ich vorher gelebt habe, denn ich kannte niemanden, der diese Krankheit hatte – und das macht sehr einsam.“
Frau D. aus F. - Ich weiß jetzt, wie ich den Tinnitus klein kriege!
„Ich habe seit einem Jahr Tinnitus. Nicht nur ich war betroffen, sondern indirekt meine ganze Familie, denn niemand wusste so genau, was da auf mich zukommt, was passiert. Das hatte zur Folge, dass ich immer nervöser und gereizter auf mein Umfeld reagiert habe.
Ich habe dann einen Hörtest gemacht – da fiel der Verdacht auf Schwerhörigkeit. Beim zweiten Hörtest kam dann heraus, dass ich eine bestimmt Frequenz nicht höre.
Meine HNO-Ärztin hat mich dann zu AKUSTIKA SPEZIAL geschickt. Durch die Therapie bei AKUSTIKA SPEZIAL hat sich mein Gesundheitszustand definitiv verbessert. Ich trage Audiostimulatoren und habe durch sie gelernt, meinen Tinnitus besser „wegzuhören“.
Für meine Familie und Freunde hat sich die Situation ebenfalls verbessert – alle sind entspannter geworden. Gleichzeitig wurden wir aber alle enger zusammengeschweißt. Sie haben Verständnis gezeigt und mir den Rücken gestärkt – das war für mich eine sehr wichtige und schöne Erfahrung. Wenn mich jemand fragen würde, was er bei einem Tinnitus machen soll, dann würde ich immer sagen: ‚Lenken Sie sich viel ab!‘ Man sollte all das machen, was einem Spaß macht – Malen, Sport, Kino. Auf jeden Fall auf andere Gedanken kommen, denn das entzieht dem Tinnitus Aufmerksamkeit, man nimmt ihn nicht mehr (so stark) wahr.
Das war für mich auch das Wichtigste, was ich bei AKUSTIKA SPEZIAL in der Schulung über Tinnitus gelernt habe: Da ich jetzt weiß, was da mit meinem Gehör passiert, weiß ich jetzt auch, wie ich den Tinnitus klein kriegen kann!“
Frau Sch. aus N. - Alles ist Lärm, alles macht mich krank
„Ich leide bereits seit 25 Jahren an Hyperakusis und habe seit ungefähr fünf Jahren einen Tinnitus. Zum Schluss habe ich jede Art Geräusch (Musik, sogar Gespräche, an denen weniger als drei Leute beteiligt waren, Besuche in Ausstellungen und Cafés etc.) als Lärm erlebt, der mich krank macht.
Was ich dagegen unternommen habe? Ich habe mich zurückgezogen und Stille gesucht. Ich habe unter so schweren psychosomatischen Störungen gelitten, dass ich arbeitsunfähig wurde. Durch einen HNO-Arzt wurde ich dann auf AKUSTIKA SPEZIAL aufmerksam. Durch die Therapie durch AKUSTIKA SPEZIAL bin ich im Augenblick beinahe beschwerdefrei. Ich beginne langsam aus der Isolation herauszugehen – Konzerte besuchen, Verabredungen mit Bekannten wahrnehmen etc. Dennoch bin ich nach wie vor am liebsten alleine.
Die Situation, in der man steckt ist schwer genug. Daher ist es sehr wichtig, wenn Angehörige Verständnis und Geduld zeigen und einen unterstützen.
Nach meiner Erfahrung ist es vor allem sehr wichtig, so früh wie möglich ärztliche Hilfe zu suchen.“
Herr A.
„Die Teilnahme an den Entspannungs- und Tieftrancesitzungen über den Zeitraum von einigen Monaten hat mir insgesamt seht gut getan. Ich möchte dazu einige Punkte anführen:
Die Entspannungsübungen haben meistens auch ein unmittelbares Wohlfühlen bewirkt. Die Übungen bedeuteten immer einen angenehmen Einschnitt in den Alltagsstress oder Alltagstrott: Besinnung auf Wichtiges trat in den Mittelpunkt, auch das Wahrnehmen gesundheitlicher Probleme – aber auch Chancen eröffneten sich (möglicherweise hätte ich beispielsweise das mir mittlerweile auch sehr wichtige, vom Orthopäden verordnete Krafttraining wesentlich lustloser oder aber gar nicht begonnen…).
In Verbindung mit der Benutzung von Hörgeräten (täglich sechs Stunden) haben die Entspannungsübungen, so mein Eindruck, bewirkt, dass sich der Tinnitus, alles in allem betrachtet; im Laufe des vergangenen Jahres eher gebessert hat. Zeitweise, leider jedoch selten, nehme ich ihn gar nicht mehr wahr. Ich finde dies ermutigend. Ich gestehe offen, dass meine tägliche häusliche Praktizierung der Übungen stark zu wünschen übrig lässt. Sehr nützlich allerdings sind mir die Übungen in Stresssituationen, in denen ich sie nach wie vor nutze, oder etwa auch als Mittel gegen Schlafstörungen.
Schließlich bilde ich mir ein, dass Erfahrungen im Zusammenhang mit den Entspannungsübungen mit dazu beigetragen haben, dass ich bewusster der einen oder anderen Stresssituation ausweichen beziehungsweise mich dagegen wehren kann.
Herr B.
„Nach einer Einführungssitzung wurde mit der Progressiven Entspannungstherapie begonnen, die auf mich eine wohltuend entspannende Wirkung ausübte, jedoch einen hohen Zeitaufwand (rund vierzig Minuten) erfordert. Die Übungen ihne Anleitung zu Hause waren naturgemäß von den „normalen“ Störungen begleitet – wie Haushalts- und Kindergeräusche -, die ich zunächst als störend empfand, die dann aber zum Teil von mir als unvermeidbar und deshalb nicht mehr so störend akzeptiert wurden. Bei dieser Entspannungsübung muß man „sich fallen lassen“, um möglichst rasch in einen entspannten Zustand zu gelangen.
Nach zwei weiteren Sitzungen wurde die Progressive Entspannungstherapie nicht mehr mit Einzelmuskelanspannungen- und Entspannungen durchgeführt, sondern jeweils mit Muskelgruppen, was weniger Zeit in Anspruch nahm, jedoch bei mir meist den gleichen Erfolg zeigte wie die „ausführliche“ Version.
Zuletzt wurden nur noch in Gedanken die Muskeln/Muskelgruppen angespannt und entspannt. Im nachhinein gesehen, hatte dies wegen der geringen Übung (nur einmal mit Anleitung) nicht den Erfolg gehabt wie die Therapien vorher und war auch deutlich schwieriger durchzuführen.
Eine hypnotherapeutische Sitzung hat mir sehr wohl getan. Ich stellte mir selbst einen möglichst schönen und entspannten Ort vor, verweilte eine Zeitlang in diesem Zustand.
Insgesamt gesehen halte ich es doch für sinnvoll, nach den Einzeltherapie-Sitzungen über mehrere Wochen in Gruppensitzungen Entspannungsübungen durchzuführen, weil die Konzentration zu Hause zum Teil eingeschränkt ist und die positiven Erfahrungen mit Gleichgesinnten möglicherweise eine positive Wirkung ausüben können.“
Herr C.
Zu seinen Erfahrungen mit der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson „Es tut mir gut. Wichtig war die beruhigende Stimme zur Anleitung, sie war Hilfe, die Konzentration zu bewahren, denn oft wanderten meine Gedanken davon. Das war eine wichtige Beobachtung beziehungsweise Erfahrung: Wie wenig ich mich auf eine Sache konzentrieren kann und wie sehr blitzschnell auftauchende Bilder und Gedanken ablenken.
Im Laufe des Kurses änderte sich die Bewertung dieses Vorgangs: Habe ich mich anfangs geärgert und mir fast Vorwürfe gemacht, mich nicht auf diese schöne Entspannungsphase konzentrieren zu können, so habe ich im Laufe der Zeit gemerkt, dass ich trotzdem entspannte, nur dass der Durchgang durch den Körper dann länger dauerte. Wenn ich die Übung jetzt allein durchführe, passiert es mir immer wieder, dass ich irgendwo „hängen bleibe“ und nach einer ganzen Weile erst merke, dass ich mit meinen Gedanken schon wieder ganz woanders bin. Ich versuche, sie dann bewusst zur Seite zu legen, rede mit mir und sage: “Okay, das kommt gleich dran, ich vergesse es nicht.“ Ich tröste mich jetzt damit, dass ich trotzdem eine Weile entspannt gesessen oder gelegen habe. Meistens mache ich dann noch weiter, manchmal auch nicht.
Mir gefällt an dieser Entspannungstechnik, dass ich aktiv selbst etwas tun kann. Mit jeder Muskelanspannung gebe ich selbst einen Impuls und steige wieder neu ein. Oft ist es so, dass ich die Spannung gar nicht so lang halte, und trotzdem zu meinem eigenen Erstaunen bemerke, wie viel ich doch abgeben kann.
Am wohltuendsten ist die Übung bei mir im Kopf- und Nacken-Schulter-Bereich, der Kontrast zwischen Spannung und Entspannung ist hier am größten. Am meisten überrascht mich die Wirkung im Kopf. Auch waren mir die Zusammenhänge und die Reichweite der einzelnen Muskelpartien vorher nicht so klar. Ich habe gemerkt, wo überall Spannung sitzen kann.
Die Erfahrungen in der Tiefentrance sind intensiver, es ist ein unendliches Loslassen. Ich weiß noch, wie unwillig ich war, Fragen zu beantworten, weil ich den gelösten Zustand nicht verlieren wollte, aber es ging. Ich erinnere mich an Einzelheiten aus beiden Sitzungen, dabei sind sie schon über ein halbes Jahr her. Vor allem erinnere ich mich an den glücklichen Zustand tiefer Entspannung, den zu erreichen mir so oft schwerfällt. Aber ich weiß jetzt, wie er sich anfühlt und dass ich ihn erreichen kann.“
Herr D.
aus Frankfurt am Main
Im April 1997: „ Unterm Strich geht es mir bei wechselndem Verlauf besser. Der Tinnitus, eher lauter, stört mich weiterhin wenig. Die Hyperakusis ist insbesondere bei vielen Alltagsgeräuschen besser geworden oder verschwunden, beim Entscheidenden, nämlich bei menschlichen Stimmen, jedoch weiter deutlich vorhanden. Ich bin nicht sicher, welchen Anteil an der Besserung die Tinnitus-Retraining-Therapie hat. Es wurde ja auch ohne immer wieder besser. Allerdings dauerte es nach dem vorletzten Rückfall lange acht bis neun Monate bis zu einem Krankheitsgrad wie jetzt. Als ob Retraining die Besserung um ein Mehrfaches beschleunigt. So war noch vor drei bis vier Wochen das Klappern der Computer-Tastatur, besonders der CR-Taste, recht unangenehm. Es wurde allerdings nach jeweils circa fünfzehn Minuten dann besser. Auch das Umblättern der Zeitung ist erfreulicherweise seit ein bis zwei Wochen konstant ohne Probleme. Ich erlebe ungefähr folgende Stufen der Besserung: Erst schmerzhaft (nur bei besonderen Lautstärken. Man zuckt zusammen), dann nur unangenehm (man möchte flüchten), dann noch lauter als gewöhnlich (das Geräusch drängt sich in die Aufmerksamkeit). Dann als letztes das, was Jastreboff wohl als Phonophobie bezeichnet: Es dauert eine Zeitlang bis man es glaubt, dass zum Beispiel das Geräusch des Lichtschalters nicht mehr unangenehm ist.“
Zwei Monate später: „Die folgenden Zeilen schreibe ich nach dem Urlaub, in dem es einen Rückfall gab, also nach gut drei Monaten Retraining. Es geht mir kontinuierlich besser. Es gab keine Einbrüche mehr wie oben beschrieben. Große Freude. Durchweg unter der Unbehaglichkeitsschwelle sind inzwischen: italienische Stadt, die meisten Vespas, dumpfes Bellen unseres Hundes, Wasserfall, Vögel, Rascheln von Papier, normales Reden von Erwachsenen in etwas Abstand, mein häusliche Nadeldrucker, die eigene Stimmer, Essen von Gurken oder Paprika. Über der Schwelle: rufende und spielende Kinder, Reden nahe an meinem Ohr, hohes und lautes Hundegebell, nahe Kirchenglocken, schwere Motorräder, italienischer Markt, die meisten Gaststätten. Oder wenn sich vieles überlagert. In der Praxis und zu Hause habe ich so gut wie keine Probleme mehr. Immer öfter habe ich im Urlaub den Tinnitus nicht gleich gefunden, bei gleicher Einstellung der Sanus Noiser unterhalb des noch hörbaren Tinnitus. Mein alter Eindruck: Besserung von Tinnitus und Hyperakusis sind bei mir, mit Auseinanderdriften von vielleicht ein bis drei Monaten, gekoppelt.“
Frau E.
Aus Großbritannien, von Beruf Krankenschwester, betont in ihrem Brief, wie wichtig neben allen anderen Therapie-Elementen die Hilfe der Familie ist.
„Tinnitus-Betroffene sind oft ängstlich, gereizt und deprimiert und das beeinflusst auch die Menschen in ihren Umfeld. Weniger Anspannung und mehr Verständnis durch offene und ehrliche Diskussion sind für alle außerordentlich wichtig. Dieses Verständnid gilt für beide Seiten, der Tinnitus-Patient und auch seine Familie brauchen es. Und wenn es einmal wirklich ganz schlimm ist, ist eine herzliche Umarmung für alle die beste Hilfe.
Tinnitus-Betroffene sollten ermutigt werden, ihre Umgebung zu ändern. Hier sind wieder Familie und Freunde gefordert. Der Betroffene muß erkennen, inwieweit seine Umgebung und der Stress, der den Tinnitus hervorruft, zusammenhängen. Folgende Ratschläge sollten beachtet werden:
Das soziale Umfeld ändern. Das heißt, die Familie und die Freunde über die Probleme informieren, die der Tinnitus hervorruft und um ihre Hilfe und ihr Verständnis bitten. Der Tinnitus-Patient muß erkennen, dass das Ohrgeräusch nicht nur ihn selbst betrifft, sondern indirekt auch Familie und Freunde.
Anlenkungstechniken anwenden. Tinnitus tritt in der Wahrnehmung zurück, wenn der Betroffene sich mit etwas Interessantem beschäftigt. Ablenkung bedeutet, dioe Aufmerksamkeit vom Tinnitus weg auf etwas zu lenken, das absolute Konzentration und Aufmerksamkeit verlangt.
Für eine geräuschvolle Umgebung sorgen. Die Familie kann darauf achten, dass das Radio eingeschaltet ist und Hintergrundgeräusche da sind.
Schwierige Situationen meiden oder weggehen, wenn man nicht damit umgehen kann. Diese Strategie ist wahrscheinlich die, die der Tinnitus-Betroffene am besten kennt. Die ersten drei Strategien bedeuten, dass man sich mit einer Situation auseinandersetzt oder das Problem, das der Tinnitus macht, zu beherrschen. Die vierte ist die, dass man nicht damit klarkommt. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht manchmal durchaus vernünftig sein kann, unangenehme Situationen zu meiden oder dass Weggehen klüger ist als Bleiben. Wichtig ist die Begründung oder die Entschuldigung, die der Familie oder Freunden gegeben wird.
Am Royal Berkshire Hospital wurde eine Tinnitus-Management-Gruppe für Betroffene und ihre Familien gegründet. Die Teilnehmer werden ermutigt, im Laufe des Kurses ihren Lebensstil zu ändern. Das kann schwierig sein, da auch Familie und Freunde betroffen sind.
Eine Broschüre dieser Gruppe gibt den Verwandten und Freunden Tips, wie sie helfen können: Loben. Auch wenn das Erreichte noch so klein ist. Und nicht vergessen, sich auch selbst für Veränderungen zu loben. Über das Erreichte reden. Ständig nach dem Tinnitus zu fragen lenkt die Aufmerksamkeit darauf und macht ihn schlimmer.
Tinnitusbedingtes Benehmen nicht beachten. Eine Reaktion darauf kann den Tinnitus verstärken An den Zielen teilhaben. Etwa an Aktivitäten teilnehmen, die früher gemieden wurden. Angehörige haben einen enormen Einfluß auf den Tinnitus. Denken Sie daran, wie schwierig es ist, Verhaltensmuster und Rollen aufzugeben. Versuchen Sie, über alle Schwierigkeiten offen zu reden.
Frau F.
aus Frankfurt / Main
„Das Tragen des Sanus Noisers und damit einer zusätzlichen Geräuschquelle, das Nicht-mehr-Einsetzen des Sanus Noisers und das plötzliche Verschwinden meines eigenen Ohrgeräusches lässt mich an eine kleine jüdische Geschichte denken:
„Der Bauer Isaak fragt den Rabbi, ob er ihm helfen könne, für seine alte Mutter eine Unterkunft zu finden, denn deren Häuschen sei abgebrannt. Er selbst könne sie unmöglich aufnehmen. Er habe nur ein Häuschen mit einem Zimmer und einer Küche. Es sei für die drei Kinder, seine Frau und ihn selbst schon unerträglich eng.
Der Rabbi sagt: „Ich kann dir nur helfen, wenn deine Mutter zu dir zieht.“ Der Bauer versteht das nicht, aber er tut, was der Rabbi sagt. Nach drei Wochen kommt der Bauer völlig verzweifelt zum Rabbi: “Es ist unerträglich eng, was soll ich tun?“ Der Rabbi antwortet: „Nimm deine Ziege ins Haus, dann wird es besser.“ Der Bauer tut, was der Rabbi rät. Nach einer Woche kommt er wieder: „ Es hilft nicht, wir halten es alle nicht mehr aus, dazu dieser Gestank!“ Der Rabbi: „ Nimm die Kuh dazu!“ Nach ein paar Tagen erscheint der Bauer wieder: „Wir alle sind schon ganz krank durch die Enge, was soll ich nur tun?“ Der Rabbi gibt ihm wieder einen Rat: „Nimm die Ziege und die Kuh aus dem Haus.“ Nach einiger Zeit trifft der Rabbi den Bauern auf der Straße und er fragt ihn, wie es ihm und seiner Familie und der Mutter gehe. „Es ist phantastisch, seitdem die Ziege und die Kuh wieder im Stall sind. Du hast mir wirklich sehr geholfen.“
X
Aus Frankfurt/Main, die an Hyperakusis leidet.
„Glück im Unglück
Warum diese Zeilen? Erstens, weil ich schon aufgegeben hatte und nun eine Besserung verspüre und eine begründete Hoffnung im Hinblick auf den Sanus Noiser hege. Zweitens, damit Sie es weitersagen und anderen geholfen werden kann.
Zu meiner Krankengeschichte: Ein chronischer Tinnitus nach drei Hörstürzen (vor fünfzehn Jahren auf beiden Ohren, vor eineinhalb Jahren am linken Ohr) macht mir das Leben schwer. Hinzu kommen die Folgen eines Schleudertraumas und Probleme im Kiefergelenk. Nach meinem dritten Hörsturz im Dezember 1995 hieß es: „Medikamente kann ich Ihnen nicht aufschreiben, die schaden doch nur.“ Also unterblieb zunächst eine Behandlung. Ich wechselte nach zehn Tagen den Arzt, vielleicht zu spät.
Für meine übrige Gesundheit und Arbeitsfähigkeit blieb das nicht ohne Konsequenzen… Eine stationäre Behandlung in der Mainzer Uniklinik, ein Kuraufenthalt und eine weitere stationäre Behandlung im Januar dieses Jahres folgten. Die Hoffnung auf Besserung hatte ich aufgegeben. Ich war am Ende. Ich schlief nicht. Ich hatte große Probleme, mich bei der Arbeit zu konzentrieren. Ich zog mich zurück, besonders vom Telefon. Privat konnte ich das tu8n, obwohl dabei auch eine Freundschaft in die Brüche ging. Im Büro war das nicht durchführbar. Zu meiner Geräuschempfindlichkeit und dem Missempfinden und den Schmerzen im Ohr kam noch die Schwierigkeit, am Telefon komplizierte Inhalte zu verstehen. Die Leute lispelten. Sogar die Sprecher von Nachrichten in Funk und Fernsehen hatten Sprachfehler. Ständig musste ich Kollegen und Partner bitten, doch das soeben Gesagte zu wiederholen.
Mit Hyperakusis durch die Großstadt – ich erlebte es wie einen satirischen Krimi. Da, wo ich gestern noch in Ruhe gehen konnte, wartet heute ein Presslufthammer, bis ich ganz nahe herangekommen bin. Überall werde ich beschallt: im Supermarkt, im Kaufhaus, in der Turnhalle beim Sport, an den undenkbarsten Stellen warten die Geräusche. Im Stadtpark sitze ich garantiert auf der Bank, neben der ein blecherner Abfalleimer steht, in den gerade jemand eine Blechdose wirft. Die Kneipe, die immer ruhig und leer ist, wird gerade am Tag meiner Verabredung von einer Großfamilie mit einem schrill kreischenden Kleinkind besucht. Der Getränkelieferant verlädt die Kästen nur, wenn ich vorbeigehe. Das Bierfass fällt dem Mann nur vom Wagen, wenn ich an der Ampel auf Grün warte. Türen fallen wie verzaubert laut knallend hinter meinem Rücken ins Schloss. Kino, Konzerte und ähnliche Dinge sind gestrichen. Es gibt ja schon genügend Gelegenheiten, von unerwartet auftauchendem Lärm überrascht zu werden….
Zum Beispiel im Berufsleben. Das Telefon, die Gegensprechanlage mit lauter Klingel, das bimmelnde Faxgerät, die lauten Stimmen, die Klimaanlage, die Kopierer, die Computer – lauter Lärmquellen. Wenn ich abends nach Hause komme, möchte ich nichts mehr reden und hören. Aber heute, nach vier Monaten mit Hörgerät, stelle ich fest, dass ich mich durch Arbeit ablenken kann. Das ist eine wunderbare Erfahrung.
Damit komme ich zum „Glück im Unglück“. Mein Hilferuf an die Tinnitus- Liga im Januar 1997 wurde unbürokratisch mit der Zusendung der Ärzteliste beantwortet. Mit der Bitte um eine „Maskerverordnung“ ging ich zu einem neuen Arzt. Das erste Mal las ich „TRT“ und vereinbarte gleich einen Termin bei einer spezialisierten Hörakustikerin.
Mein Retraining begann erst einmal mit Hörgeräten… Meine ersten Minuten mit Hörgerät waren wunderbar. Ich hörte Dinge, die ich lange nicht mehr wahrgenommen hatte. Es war wie ein Umschalten von Mono- auf Stereoklang. Im Wald hörte ich die Blätter rauschen. Die Vögel sangen lauter als sonst. Durch die Anhebung der Umgebungsgeräusche erschien mir mein quälender Tinnitus leiser. Die erste Nacht zog ich die Geräte gar nicht aus. Plötzlich hatte die Welt ein anderes, freundlicheres Gesicht. Die Anstrengung des Hörens war nicht mehr so groß. Ich trug die Geräte von morgens an den ganzen Tag und merkte, dass ich Geräusche besser ertrug. Nicht immer, aber immer öfter. Es hat lange gedauert, bis für mich die geeigneten Geräte gefunden wurden. Die digitalen empfand ich zwar als im Klang perfekt, doch habe ich die Lautstärke nicht ertragen. Immer wieder ging ich zu meiner Hörakustikerin, um das nächste Gerät zu testen.
Schließlich (Mitte Februar) konnte ich mich entscheiden: Die Geräte mit dem kleinen Lautstärkeregler sind für mich am besten. Bevor ich ins Auto steige, bevor ich in die Kantine gehe, wenn der Kollege mit der sonoren Stimme in der Tür steht, drehe ich die Lautstärke ganz herunter. Beim Telefonieren genügt dann wieder ein kleiner Dreh, und ich höre wieder lauter… Nach zwei Monaten stellte ich fest, dass das Telefon nicht mehr so nervt.“
Ein Betroffener vergleicht seinen Tinnitus unter anderem mit einem Baby…
„Ich war Tinnitus-Patient. Sogar eine Art Tinnitus-Experte. Jetzt habe ich kaum mehr etwas damit zu tun. Das „Baby“, das mein Gehör vor sechzehn Jahren zur Welt gebracht hat, und das Geschwisterchen im anderen Ohr, das vor dreizehn Jahren geboren wurde, sind offensichjtlich erwachsen geworden und von zu Hause ausgezogen. Wir haben keine Verbindung mehr. Von Zeit zu Zeit unterhalten wir uns – wenn ich das Tinnitus-Forum lese oder Geschichten wie diese schreibe. Aber abgesehen davon haben wir kaum noch Kontakt. Der Vergleich mit einem Baby ist vielleicht nicht gerade sehr gut – die meisten Menschen sind in ihre Babys völlig vernarrt! Die wenigsten dagegen sind begeistert von ihrem Tinnitus, obwohl ich auch etliche kennengelernt habe, die ihn mit der Zeit liebgewonnen haben. Die ihn sogar vermissen würden, wenn er verschwinden würde! Sei´s drum, selbst wenn der Vergleich hinkt, für mich macht er Sinn.
Oh! Das Interesse, die Aufmerksamkeit, die ich an Baby verschwendete, als er noch jung war. Jedem wurde er vorgeführt, und ich glaube fast, ich ging allen, so wie viele junge Eltern, ganz gehörig auf die Nerven.
Die schlaflosen Nächte. Das jähe Erwachen. Sogar den Arzt habe ich aufgesucht, um mir das audiologische Gegenstück zu einem Kolikmittelchen geben zu lassen. Nur um festzustellen, dass es das nicht gibt. Ich fand heraus, dass ein warmes Milchgetränk uns beiden abends half. Ich fing an, alle möglichen Bücher über „Kindererziehung“ zu lesen und wie man es fertig bringt, ein guter berufstätiger Vater zu sein. Und ich fühlte mich schuldig, weil ich den Erwartungen so gar nicht entsprach. Und die Aussicht auf die Pubertät fand ich absolut nicht rosig, da würde er wohl noch anstrengender sein, eine Quelle permanenten Ärgers und Verdruß. Als das zweite Baby kam, wusste ich schon ein bisschen besser, wie ich damit umgehen musste. Wie die meisten erfahrenen Eltern glaubte ich, Eltern mit dem ersten Kind könnten von meinen Erfahrungen profitieren. Also begann ich, gute Ratschläge zu erteilen und zeigte Mitgefühl für die schlaflosen Nächte.
Als Baby schließlich in die Pubertät kam, war unser Verhältnis sehr ausgeglichen. Gelegentlich gab es wohl ein Aufbrausen, wenn ich zum äußersten gereizt war, aber wir wussten, wie wir danach wieder Frieden schließen konnten. Damals führte er schon ein ziemlich selbständiges Leben, und ich lebte meines. Als er dann zu Hause auszog, weiterging, wussten wir beide, dass es so das Beste war.
Wie ich vorher schon erwähnte, habe ich mich auch weiterentwickelt. Schon als er noch recht klein war, erkannte ich, dass es sich nicht lohnt, ihn umzuformen; er war, was er war, und würde seinen Kopf durchsetzen. Ich hörte auf, ihm für meinen Ärger die Schuld zu geben, obwohl er echt Ärger machte. Ich beschloss, mich lieber selbst zusammenzunehmen, als ihm die Zügel in die Hand zu geben. Ich machte Schluss damit, ihn als Sündenbock zu benutzen oder ihm die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn ich nicht klarkam. Aber das ist gelogen. Von Zeit zu Zeit musste schon sein schlechtes Benehmen als Entschuldigung herhalten, und ich mach´s immer noch. Aber wer ist schon perfekt?
Ich versuchte, mich auf Dinge zu konzentrieren, die mir gut taten und die mir halfen, besser mit ihm auszukommen. Ich versuchte, abzunehmen und fing an, regelmäßig zu joggen.
So viel also zu meinen guten Absichten…
Es fiel mir schwer, mich an eine Diät zu halten, und meine Begeisterung für das Joggen vor Tau und Tag ließ rapide nach. Aber zumindest weiß ich jetzt, dass ich nicht der einzige mit diesen Problemen bin, und habe schon eine feste Vorstellung davon, wie ich die Dinge ändern werde.
Um gute Vorsätze durchzuziehen, braucht man eine enorme Selbstkontrolle, mehr als viele Leute haben. Der eigene Wille genügt nicht, um weniger zu essen oder regelmäßig zu trainieren.
Es ist hart, sich selbst zu zügeln. Hier haben sich Clubs und Gruppen bewährt. Es hilft wirklich, wenn man einer Gruppe beitritt, die einen unterstützt. Hier kann man seinen Vorsatz und sein Ziel äußern, und man verpflichtet sich, dieses Ziel auf einem bestimmten Weg zu erreichen. Auch zurückhaltende Unterstützung durch andere hilft bereits. Irrational, wie wir nun mal alle sind, versuchen wir, Schlachten zu schlagen, die wir nicht gewinnen können…
Meine Freundin Doreen ist ein perfektes Beispiel dafür. Sie ist immer absolut pünktlich, während ihr Mann Ron grundsätzlich fünfzehn Minuten zu spät kommt. Warum also kommt sie nicht einfach fünfzehn Minuten nach der vereinbarten Zeit, und schon wäre der übliche Streit vermieden. Warum kann ich mich nicht dazu durchringen, die Unordnung meines Sohnes einfach zu ignorieren, anstatt ihn deswegen permanent anzuschreien? Und warum nimmt unser älterer Nachbar die Vergesslichkeit seiner Frau nicht einfach hin, sondern ärgert sich pausenlos darüber?
Die meisten von uns müssen sich einmal die Mühe machen, sich mit den Augen der anderen zu sehen oder Außenstehende um Rat zu bitten. Mein Nachbar sah die Situation aus einer etwas anderen Perspektive, als ich ihm erklärte, dass es nur seinen Blutdruckerhöhen würde, wenn er sich so aufregte.
Ich habe ihm nicht vorgeschlagen, sich eine Entspannungskassette anzuhören, ich war sicher, er würde es ablehnen. Aber wenn ihm bewusst wird, dass er Unterstützung braucht, um seine Situation zu bewältigen, sage ich es ihm vielleicht doch noch.
Entspannung ist kein Allheilmittel, aber vielen Menschen tut es gut, wenn sie lernen, sich zu entspannen. Es lohnt sich auch, die Mühe auf sich zu nehmen und endlich Dinge in Angriff zu nehmen, die man schon lange vor sich hergeschoben hat, die einem aber Freude machen. Melden Sie sich zu einem Kurs an! Gehen Sie in den Zoo! Es ist erstaunlich, wie viel Spaß es mir gemacht hat, Basilikum auszusäen uns es wachsen zu sehen. Und noch etwas mache ich: mit offenen Augen durch die Welt gehen! Das hört sich an, als ob ich sonst mit geschlossenen Augen meines Weges gehe, aber das tun wir doch eigentlich alle. Ich bemühe mich, Dinge zu sehen, sie in mich aufzunehmen. Die vertraute Straße ist keine visuelle Tapete mehr, die an mir vorbeizieht. Vielmehr betrachte und beobachte ich ganz genau: Menschen, Schaufenster, Blumen…
Als ich mich hinsetzte, um dies zu schreiben, hatte ich nicht vor, nur ich, ich, ich zu schreiben. Ich habe total vergessen, dass es eigentlich ein Artikel über Tinnitus werden sollte.
Übrigens noch etwas zu meiner Person: Kürzlich bin ich zu ein bisschen Geld gekommen. Ich habe es für einen Stereofernseher auf den Kopf gehauen. Ich habe ihn mit der HiFi-Anlage gekoppelt. Jetzt kann ich mit Kopfhörern in der einen Lautstärke hören, meine Frau direkt durch die Lautsprecher in einer anderen oder gar nicht. Das hat gegen den Tinnitus nichts gebracht, aber ich kann den Fernseher besser hören, und meine Frau nörgelt nicht dauern an der Lautstärke herum.“
Erfahrungen von Betroffenen in den verschiedenen Phasen der TRT.
Nach sieben Wochen TRT:
„Die Geräusche der Sanus Noiser empfinde ich als angenehm. Ich werde abgelenkt von dem aggressiven Pfeifen.“
Nach drei Monaten TRT:
„Durch die Sanus Noiser kann ich den Tinnitus irgendwie überhören. Dementsprechend kreisen meine Gedanken nicht mehr den Ganzen Tag um den Ton. Ich kann mich auf anderes konzentrieren. Die Angst nimmt ab. Manchmal kommt es mir vor, als ob der Ton gar nicht da wäre.“
Nach vier Monaten TRT:
„Tinnitus ist im Durchschnitt wesentlich leiser geworden, relativ lange leise Perioden (zwei bis fünf Tage), unterbrochen von plötzlich auftretendem lautem Pfeifen, welches nach drei bis vier Stunden zurückgeht. Rauschen im Kopf ist kaum noch vorhanden, wenn es da ist, dann eher im Ohr. Plötzliches Pfeifen kann durch Ärger, aber auch Verspannungen im Rückenbereich ausgelöst werden.“
Nach fünf Monaten TRT:
„Tinnitus tritt nur noch in der Zeit vom Aufwachen bis zum Aufstehen in Erscheinung. Habe vor circa vier Wochen „vergessen“, Sanus Noiser zu tragen. Da kein Tinnitus eintrat, habe ich das Gerät nicht mehr angelegt.“
Nach sieben Monaten TRT:
„Im Verlauf der letzten sieben Monate ist der Tinnitus immer leiser geworden. Die Verbesserung geht sehr langsam voran. Stellenweise ist es schwer, zu beurteilen, ob das Ohrgeräusch wirklich leiser geworden ist oder ob man sich nur an den Tinnitus gewöhnt hat (Beurteilung von Monat zu Monat).“
„Wesentliche Besserung – Tinnitus ist tagsüber nur noch unregelmäßig, manchmal gar nicht mehr wahrnehmbar. Rauschen und Pfeifen nachts ist eerträglicher geworden. Kaum noch Schlafstörungen.“
Möchten auch Sie hier Ihre Erfahrungen berichten, dann senden Sie uns Ihren Bericht.







